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Stilkunde

Der Bericht
Der Bericht ist die längere Variante der „Meldung“ und gehört
begrifflich gemeinsam mit dieser zur Kategorie „Nachricht“.
Der Nachrichtenstil ist gekennzeichnet durch die Beschränkung auf
Fakten und Vorgänge sowie die Bemühung um Objektivität,
die sich auch in der Sprache niederschlägt: So sind Berichte und
Meldungen stets sachlich zu halten. Die Aussagen müssen
klar, knapp und präzise formuliert sein. Ausschmückende
Adjektive, Wertungen und Kommentare des Verfassers haben hier nichts
zu suchen. Stellungnahmen Dritter können in Form von Zitaten
oder indirekter Redewiedergabe natürlich eingebunden werden
(Konjunktiv nicht vergessen!), allerdings ist es im Sinne der
nötigen Objektivität, bei kontroversen Themen auch ein
ausgewogenes Meinungsspektrum in den Bericht einzubinden. Die
Quellen müssen natürlich erwähnt, alle Fakten sorgfältig
recherchiert werden! Das „Hörensagen“ ist jedenfalls keine
verlässliche Quelle... Berichte werden in der Regel im Präteritum
geschrieben, für Ereignisse und Vorgänge, die vor dem hauptsächlich
dargestellten Ereignis stattgefunden haben, wird das
Plusquamperfekt verwendet.
Ereignisse mit Nachrichtenwert können allen Lebensbereichen
entspringen. Wichtig ist nur, dass die Berichte bzw. Meldungen
bisher Unbekanntes thematisieren und einen relevanten Anteil der
Leserschaft interessieren. Nachrichten können informieren,
nützlich sein, unterhalten. Sie können sich auf aktuelle Ereignisse
beziehen, aber auch längerfristige Vorgänge aufgreifen (z. B. die
Entwicklung des Medienverhaltens bestimmter Bevölkerungsgruppen in
den letzten 30 Jahren). In einer Schülerzeitung könnten zum
Beispiel Meldungen und Berichte über Änderungen der Schulordnung
ihren Platz haben, ebenso wie Artikel zu den Ergebnissen der letzten
Schülerwettbewerbe oder zu sonstigen Ereignissen des Schullebens.
Natürlich müssen solche Berichte nicht auf das Schulgeschehen
beschränkt bleiben: Je nach Konzeption und Zielgruppe eurer
Schülerzeitung kann auch jedes andere relevante Ereignis in Form
eines Berichtes/einer Meldung journalistisch aufbereitet werden.
Dabei sind jedoch einige Kriterien zu beachten: So müssen die
Ereignisinformationen in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet
werden, dem so genannten „Lead-Stil“. Ein Bericht hat
demzufolge mit einem Vorspann zu beginnen, in dem die
wichtigsten Informationen in knapper Form zusammenfassen werden.
Dabei werden in der Regel die ersten vier „W-Fragen“
beantwortet:
- WAS ist geschehen?
-
WER ist beteiligt?
-
WANN hat sich das Ereignis zugetragen?
-
WO hat es sich zugetragen?
Im Hauptteil des Textes, in dem wichtige
Hintergrundinformationen und ergänzende Details angeführt
werden, sind dann die verbleibenden drei „W-Fragen“ zu beantworten:
- WIE ist es genau passiert?
-
WARUM ist es passiert?
-
WELCHE QUELLE liegt der jeweiligen Information zugrunde?
Der „Lead-Stil“ wurde im amerikanischen Bürgerkrieg erfunden. Da im
Schlachtengetümmel nie sicher war, wie lange die
Übertragungsleitungen aufrechterhalten werden konnten, meldeten die
Journalisten zunächst das Wichtigste, anschließend, wenn sie noch
die Gelegenheit hatten, mit abnehmender Wichtigkeit die ergänzenden
Informationen. Noch heute können Zeitungsberichte, die im „Lead-Stil“
geschrieben worden sind, oft vom Schluss her Satz für Satz, Absatz
für Absatz gekürzt werden, ohne dass der Inhalt unverständlich wird.
Das kann auch für Schülerzeitungsmacher wichtig sein, nämlich
dann, wenn der Platz auf einer Zeitungsseite nicht mehr ausreicht...
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