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Stilkunde

Der Kommentar
In
einem Kommentar äußert der Redakteur seine Meinung zu einem
tagespolitischen Thema (das kann sich auch auf das Schulleben
beziehen!) in sachlicher und begründeter Form. Oft bezieht
sich der Kommentar dabei auf eine Nachricht, die in derselben
Ausgabe der Zeitung (bzw. der Schülerzeitung) zu finden ist. In
einem Kommentar werden Fakten bewertet, aktuelle Vorgänge
einer Problematisierung unterzogen, häufig auch
Hintergründe und Zusammenhänge erläutert. Die subjektive
Perspektive wird dabei nicht verschleiert, sondern vom Leser
ausdrücklich als solche wahrgenommen. So ist ein Kommentar häufig
auch schon äußerlich zu erkennen: durch eine von anderen
Artikeln abweichende Schriftform, ein abweichendes Layout (z. B.
Einspaltigkeit, eine besondere Umrahmung, durch eine hervorgehobene
Anführung des Verfassernamens.
Kommentare können
nach ihren Zielsetzungen unterschieden werden. So können sie
kämpferisch sein, Stellung nehmen, erläutern und
unterrichten, vorausschauen, betrachten.
Ein Kommentar muss eine Argumentationsstruktur entfalten.
Daher lässt er sich in drei Abschnitte unterteilen:
-
Einleitung (stellt das Thema und die
Hauptthese des Verfassers vor)
-
Hauptteil (enthält die eigentliche
Argumentation, in der die Hauptthese durch Sachargumente gestützt
wird. Mögliche Einwände werden dabei aufgenommen und widerlegt.
Dabei können sich Begründungen für die Hauptthese sowie die
Einwände regelrecht abwechseln)
-
Schluss (stellt die Konsequenz aus den
vorangegangenen Ausführungen dar, häufig verbunden mit einer
Forderung)
Bei der Abwägung
von Pro und Contra-Argumenten zu der in der Einleitung vorgestellten
Hauptthese können verschiedene Strategien verfolgt werden,
mit denen dem jeweiligen Sachargument eine besondere
Überzeugungskraft verliehen werden soll.
So können Tatsachen vorgebracht werden, um einen Standpunkt
zu stützen. Hierbei empfiehlt es sich, Fakten oder Statistiken
anzuführen.
Auch können Erfahrungen herangezogen werden, die zwar nicht
immer repräsentativ sein müssen, aber dennoch auf anschauliche Weise
Überzeugungskraft entfalten können.
Eine weitere Strategie besteht darin, gemeinsame Interessen
zu beschwören, aus denen sich dann schlussendlich auch eine
gemeinsame Forderung ableiten lässt.
Sachargumente werden häufig auch unter Berufung auf gesellschaftlich
anerkannte Werte, Normen, Regeln und Gesetze vorgebracht, was
ihnen eine besondere Autorität verleiht. Dasselbe Ziel verfolgt auch
Berufung auf menschliche Autoritäten, das können bekannte
Persönlichkeiten, Funktionäre aus Politik, Kirche und Gesellschaft,
Wissenschaftler und andere Experten sein.
Nicht zu unterschätzen ist auch die Belegkraft, die dem Volksmund
zukommen kann: So werden mitunter auch Sprichwörter und
Redensarten in Kommentare eingebunden, um einen bestimmten
Standpunkt zu untermauern. |